SEO für Austrian Startups

SEO Austria

Yeah, Denglisch in der Überschrift. ⬆️  

Etwas Geschichte

Seit 2008 mache ich in Österreich SEO mit Start-ups. In der Tat gab es damals das was wir heute als Start-ups und Startup-Szene in Ö verstehen so noch nicht. Zusammen mit Markus Wagner, Stefan Kalteis, Nico und Alex Trieb, Bernhard Lehner, Lukas Zinnagl, Martin Stemeseder, Sebastian Heinzel und Russell Perry (und noch einige andere, sorry, dass ich euch beim Namedropping auslasse) saßen wir im i5Invest „Büro“ und überlegten wie wir unsere Babys – u.a. 123people, tripwolf, E-Mail Charity groß machen. Wie wir am besten das Start-up Playbook aus den USA auf Österreich umlegen können.

2008 war bevor Facebook – oder Social Media im allgemein- in Europa groß wurden. Und B2C Start-ups skalieren hieß SEO. PR funkte auch für uns, dank des großartigen Bernhard Lehners. Für Print und TV hatten wir Start-ups damals noch nicht genug Geld. Ich war davor bei Bwin als SEO für Poker und Sportwetten zuständig und habe all den schrägen Mist gemacht den man als SEO im Poker und Wett-Bereich nur machen kann. z.B.: Eine der lustigsten Momente war als ich mit den Managern von Real-Madrid über Backlinks verhandelt und ihnen dabei SEO erklärte.

2008 stieß ich dann zur Start-up Welt. Komplett andere Welt als die APA und Bwin wo ich vorher war. Wenig Geld, wenig Ressourcen, schnelle Umsetzung, Technische Lösungen anstatt Geld rausschmeissen, schnelles Wachstum, schnelle Entscheidungen, massive Learnings.  Wachstum als Teil des Produkts anstatt etwas extern zugekauftes. Ne menge Spass.  Blieb dabei. Seit 2011 mit meiner eigenen Agentur. Der Agentur die sich selbst – und alle anderen SEO Agenturen – unnötig macht. 

Learnings

Hier nun in aller Kürze meine Learning ad SEO für Start-ups. Hoffe es sind welche dabei die ihr noch nicht 10 000 mal gehört habt.

1. SEO ist kein Produkt 

SEO ist kein Produkt. SEO ist ein Channel. Ein sogenannter „earned Channel“, etwas was man sich erarbeiten muss und dann einen langfristigen Kanal hat. Aber wenn das Produkt nicht etwas ist, was die User wollen (oder das Produkt nicht existiert), wird SIE das Produkt nicht retten. 

Ein Beispiel ist 123people. Ich stieg aus, als die Seite 60 000 0000 monatliche User hatte. Die letzte Zahl, die mir kommuniziert wurde, war 85M. 123people hatte einen sehr erfolgreichen Exit. Die (btw wahnsinnig impressive) Technologie und Team dahinter hat noch einige andere Produkte gepowert. Die Firma existiert nun als erfolgreicher Teil eines Konzerns. Das Produkt 123people verschwand einige Zeit nach dem Exit. 

Niemals denken, dass SEO ein Produkt ist oder ein Produkt rettet. Ein gutes Produkt kann durch SEO skaliert werden, ein schlechtes Produkt kann durch SEO im besten Fall über Wasser gehalten werden. 

2. SEO ist nicht gratis Traffic.

SEO hat einen sehr guten long term Business Case. Verglichen mit allen bezahlte Channel (Ads) einen unglaublich viel besseren – langfristig gesehen. Kurzfristig siegen Paid Ads.  Und nachdem Facebook 2015 begonnen hat die unbezahlte Reichweite mehr und mehr abzudrehen auch wieder einen besseren als organic Social Media. 

SEO hat massive Investitionskosten,

  • in das Team,
  • in die Technik,
  • in Marketing
  • und (falls nicht Teil des Produkts) in Content Creation.

Erfolgreiche SEO bedeutet Sachen anders zu machen als man machen würde, wenn Google nicht existieren würde. 

Im allgemeinen Empfehle ich SEO erst Firmen die mindestens 6 Monate in die Zukunft denken können, besser 1 Jahr. Und die zumindest einen Minimal Product Market Fit haben. 

3. Fokus auf Umsetzung.  

Bei allen Optimierungen gibt es immer wieder Szenarien wo man vor solchen Entscheidungen steht:

  • Wir können entweder A oder B machen.
  • A ist die 100% optimale Lösung.
  • B ist aber nur eine 80% Lösung. 
  • A braucht aber 2x so viele Ressourcen wie B.

Conclusio: 

  • Wählt B. Immer.

Wenn du eine gute und einer perfekte Option hast, wähle B und baue darauf auf. Ideen und good Intentions sind wertlos. Umsetzung ist das einzige was zählt.

Wenn du in einen großen Konzern bist, wo Iteration nicht möglich ist und 98% alle Initiativen sowieso wegen interne Unternehmenspolitik gekillt werden. Wähle A. Umsetzende Ressourcen ist hier nicht der Killer. Interne Entscheidungsprozesse sind das Nadelöhr. Es macht keinen Unterschied ob du A oder B wählst. Also wähle A. 

4. Cherry Picking Dev Hipsters will Kill You!

  • Enthusiastische Developer in Start-ups neigen dazu  interessante Herausforderungen – ohne bekannten Lösungsweg –  höher zu priorisieren
  • als langweilig, nötige, „klar was zu tun ist“ Tasks.

Als auch werden die interessantesten Herausforderung noch dazu gerne mit neuen, coolen, gehypten Technologien gelöst. Unbekannter Lösungsweg multipliziert mit unerprobte Technologie … was kann da schon schiefgehen? Genau, alles. 

  • Wenn ihr eine interessante Herausforderung ohne bekannten Lösungsweg habt, verwendet die langweiligsten Technologie.
  • Wenn ihr eine langweiligen Task habt, ja, hier könnt ihr auch coolen, neuen Technologien verwenden.
  • Aber unbekannter Lösungsweg und unerprobte Technologie zu kombinieren ist ein Rezept für Desaster.

5. Best Practices und die Verbesserung von 💩

Eines der Paradigmen in Startups ist „Launch early“  und „Iterate based on data“. Macht Sinn. Wenn man etwas hat, was funktionieren kann. Etwas was komplett 💩 ist, für niemanden funktioniert und darauf dann ewig rum iterieren wird mit Zahlen die man sich aus Mangel an echten Usern aus den Fingern zieht wird es irgendwann zur Zeitverschwendung. Sunk Cost Fallacy Hilfsausdruck.

Nehmt Best Practices wenn sie existieren. Setzt sie um, bleibt aber dynamisch vom Team als auch der Implementierung um dann schnell daran weiterzuarbeiten. Siehe auch den nächsten Punkt. 

6. Unangefochtene Best Practices werden zu Worst Practices über Zeit. 

Best Practices sind ein Dead End. Jeder kann Best Practices umsetzen. Und doch dreht sich die Welt weiter, verändert sich, der Markt, die User, die Erwartungen verändern sich. Jede Best Practice muss über zeit gechallenged werden. Jeder Best Practice wird zur Worst Practice über Zeit. Das Argument etwas nicht weiterzuentwickeln, nicht etwas Neues zu versuchen nur weil das existierende bekannte Best Practices entspricht, ist long term toxisch. 

7. Auch Gletscher bewegen sich. 

Startups unterschätzen große Firmen, nicht nur aber auch ad SEO. Ja, grosse Konzerne sind träge. Mit viel Manpower erzeugen sie wenig Output. Von 100 innovativen Initiativen in Konzernen sterben 98 einen qualvollen Tod. 

Und dennoch, sie bewegen sich. Wenn ihr langfristig erfolgreich sein wollt, frage euch wo eure Old-School Competition im Idealfall in 5 Jahren ist. Und wo ihr in 5 Jahren sein werdet. Stellt sicher, dass es nicht der gleiche Platz ist. Auch bei euch wird nicht alles Ideal ablaufen. 

8. Die 75, 150, 250er Krise. 

Wenn ihr um die  75 Leute seid wird eure Firma eine grosse Krise haben. Und eines der ersten Opfer wird SEO sein. Why? SEO ist eine Schnittstellentätigkeit zwischen marketing, Technik und content. etwas was super einfach ist wenn diese Tätigkeiten zwischen 2 Foundern passiert. oder in einem kleinen Team. oder kleinen eng zusammenarbeitenden Teams. 

Aber ab 75 funktioniert das zum ersten mal nicht. Projektmanagement, Projektmanagement wird eingezogen. eine zeitliche ebenen oder zum ersten mal überhaupt Hierarchien. Abstimmung wird schwieriger. ok, nach ein, zwei Monaten bringt man es endlich zum funken und es geht weiter.

Dann mit 150 Leuten dauert die Krise 6 Monaten. Bei ˜250 bis 400 Leuten steht die Firma ein Jahr, und alles wird erst mal schlimmer bevor es besser wird. die Knowledge Träger verlassen das Boot und eine neue Generation übernimmt das Ruder …. stellt euch drauf ein. plant es ein. 

9. „Wos woar mei Leistung?“ 

SEO, wie alles was wert hat, ist 5% wissen und 95% Umsetzung. die Umsetzung liegt bei den firmen mit denen ich arbeite. und am Schluss liegt der erfolg komplett bei ihnen. (Misserfolg nehm ich auf meine kappe)  so was ist meine Leistung wenn ich ad SEO und Growth mit Startups zusammenarbeite. hmmmmm

Auf Österreichisch:

  • „Wos woar mei Leistung?“
  • „I sag euch was ma wie & wann machn! Und wenns euch interessiert auch warum ma des so machn und wie ma des messen„.
  • Im Hinterkopf dazu: „Und wir machans so, dass ihr mir dann nimma brauchats„.

Mein Österreichisch ist grässlich. Mein Denglish viel besser. 😉

10. Der SEO Online Kurs ideal für Start-Ups

Und nun mein Pitch! Natürlich ist da ein Pitch. Es gibt immer einen Pitch! Unter https://www.franz-enzenhofer.com/l/der-seo-online-kurs biete ich nun mein Wissen von 16 Jahren als Online Kurs mit

  • Videos,
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an. Super pragmatisch, Fokus auf umsetzbare SEO Tasks und Prozesse. Join! 

Die Anmeldung für die erste Runde ist bis 24.6.2020 offen.

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Über Franz Enzenhofer

Hi. Ich bin Franz. SEO-Urpionier aus Österreich. Seit 1998 beschäftige ich mich mit Webseiten und SEO. Man kann im deutschsprachigen Raum nur schwer online gehen, ohne – via Google – auf eine Website zu kommen, die ich nicht auf die eine oder andere Art und Weise optimiert habe.